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en français seulement: Espèces, rapporter …

Wo?

Die Lichter der Weibchen des Grossen Glühwürmchens (Lampyris noctiluca) lassen sie sich an geeigneten Stellen vielerorts finden – vielleicht noch in fast jeder Gemeinde irgendwo. 

Am besten sucht man sie

  • an dunklen Stellen
  • an krautigen Wald- und Wegrändern und ähnlichen Übergangsbereichen
  • an Böschungen und Bahndämmen
  • in oder in der Nähe von Riedwiesen und anderen Feuchtgebieten
  • in alten Park- und Gartenanlagen


Die flugfähigen Männchen dieser Art, die unbeleuchtet unterwegs sind, können leicht mit LED-Fallen - quasi künstlichen Weibchen – angelockt werden. Da die Weibchen nach der Paarung nicht mehr leuchten und nach der Eiablage sterben, gilt der Nachweis der Männchen als zuverlässigster Nachweis für die Besiedlung eines Gebiets durch Grosse Glühwürmchen.

An ganz dunklen Stellen können die schwach leuchtenden Larven ausgemacht werden.

Auch Kleine Glühwürmchen und Italienische Leuchtkäfer lassen sich grundsätzlich an ähnlichen Stellen finden. Sie sind jedoch nicht in der ganzen Schweiz verbreitet (s. auch Artbeschreibungen).

LED-Falle: Becher mit grüner Leuchtdiode – attraktiv für Männchen des Grossen Glühwürmchens (Foto Hans Niederhauser).
LED-Falle: Becher mit grüner Leuchtdiode – attraktiv für Männchen des Grossen Glühwürmchens (Foto Hans Niederhauser).

Wann?

Leuchtkäfer lassen sich in warmen Mittsommernächten beobachten. Je nach Temperatur und Klima verschiebt sich die Leuchtperiode von Jahr zu Jahr, von Ort zu Ort. Generell beginnen die Käfer in der späten Dämmerung zu leuchten, etwa dann, wenn wir keine Farben mehr unterscheiden können. Das Wetter spielt eine untergeordnete Rolle, besonders die Weibchen leuchten auch bei Regen. Starker Regen, stürmischer Wind und besonders niedrige Temperaturen halten jedoch die Männchen davon ab, durch die Nacht zu fliegen.

Tageszeit:

um den längsten Tag jeweils erst nach 22 Uhr (Sommerzeit) – Kleine und Italienische Leuchtkäfer noch später. Die Kleinen Glühwürmchen beenden ihr Aktivität oft schon um 23 Uhr, die beiden andern Arten können noch länger beobachtet werden.

Jahreszeit:

Grosses Glühwürmchen meistens Juni und Juli, an gewissen Orten schon im Mai – vereinzelt können leuchtende Weibchen bis in den Herbst getroffen werden. Kleine Glühwürmchen in tieferen Lagen meist in der zweiten Junihälfte, sonst Anfang Juli. Italienische Leuchtkäfer i.A. im Juni, eher etwas früher als Kleine Glühwürmchen.

Wie?

Mit offenen Augen - am besten ohne Finger: wenn anfassen, dann wieder an der gleichen Stelle freilassen. Die beim Grossen Glühwürmchen auffälligen Weibchen verkriechen sich Tag für Tag am gleichen Ort. Eine Neuorientierung andernorts belastet die zur Fortpflanzung benötigten, beschränkten Energiereserven.

LED-Fallen

LED-Fallen ermöglichen die Beobachtung von Männchen des Grossen Glühwürmchens, die sonst nur schwierig aufzufinden sind, da sie sich im Gegensatz zu ihren Geschlechtsgenossen unter den Kleinen Glühwürmchen oder den Italienischen Leuchtkäfern nicht durch Lichtsignale bemerkbar machen. Im Prinzip stellen die LEDs Attrappen von Weibchen dar.

Da die weiblichen Tiere bei der Paarung verlöschen und bald nach der Eiablage sterben, bilden die Fallenfänge der über eine längere Zeitdauer aktiven Männchen die zuverlässigste Nachweismethode für Bestände des Grossen Glühwürmchen.

Die LED-Fallen sollen nach 22 Uhr mindestens 20 Minuten an einer aus dem Luftraum gut einsehbaren Stelle platziert werden (z.B. am Wegrand oder beim Krautsaum). Nach dem Einsatz der Fallen sollen diese sorgäfltig ausgeklopft werden, damit die Männchen – die möglichst nicht angefasst werden sollen – wieder in die Freiheit entlassen werden können.

 

Einfache Fallen

Bei den einfachsten Fallentypen wird eine leuchtende LED so in einen Becher oder ein anderes Gefäss gestellt, dass sie gut sichtbar ist. Die Männchen krabbeln dann – falls sie in der Umgebung vorhanden sind – an der grünen Leuchtdiode herum oder im Becher und ganz in der Nähe davon.

Einfache LED-Falle (Stefan Ineichen)
Einfache LED-Falle (Stefan Ineichen)

Die Falle besteht aus:

  • grüner LED
  • Widerstand
  • Batterie-Anschluss
  • 9 Volt-Batterie

Die Bestandteile können in Fachgeschäften bezogen (z.B. Pusterla, Kernstrase 55 in Zürich) oder online bestellt werden. LED und Widerstand werden gemäss Schema an den Batterie-Anschluss  gelötet. Wichtig ist dabei, das die Pole (langes und kurzes Bein der LED) nicht verwechselt werden.

Einfache LED-Falle, schematisch (Roland Luder)
Einfache LED-Falle, schematisch (Roland Luder)

 

Fallen mit doppeltem Boden

Um den Raum, wo sich die angelockten Männchen einfinden, von Batterie, Kabel und Widerstand zu entlasten und damit für die Zählung der Männchen übersichtlicher zu gestalten, werden oft Fallen verwendet, die aus den abgesägten, untersten Teilen von zwei PET-Flaschen, die ineinander gestellt werden, bestehen:

LED-Falle mit doppeltem Boden, bestehend aus den untersten Teilen von zwei PET-Flaschen (Stefan Ineichen).
LED-Falle mit doppeltem Boden, bestehend aus den untersten Teilen von zwei PET-Flaschen (Stefan Ineichen).

 

Reusenfallen

Die LEDs locken die Männchen des Grossen Glühwürmchen als Weibchen-Attrappen an. Nach einer Weile bemerken die gelandeten Männchen jedoch, dass es sich bei der LED nicht um eine Paarungspartnerin handelt, und verlassen LED, Fanggefäss und die nähere Umgebung wieder. Wenn in einer Nacht zahlreiche Fallen über ein grösseres Gebiet verteilt werden sollen, die erst nach mehr als einer halben Stunde wieder kontrolliert werden können, ist der Einsatz von Reusenfallen sinnvoll, aus welchen die Männchen (vor ihrer Befreiung) kaum entweichen können.

Dabei kann als eigentliche Reuse etwa der oberste Teil einer PET-Flasche umgekehrt in eine aus Flaschenböden bestehende Falle gestülpt werden.

Beispiel einer Reusenfalle (Santiago Vargas)
Beispiel einer Reusenfalle (Santiago Vargas)
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